Beschreibung
Die Wandmalereien der Martinskirche in Waiblingen-Neustadt zählen zu den wichtigsten gotischen Malereien der Region. Ihre Bedeutung liegt in der ungewöhnlichen Dichte der drei Themenkreise, die einen tiefen Einblick in die spätmittelalterliche Frömmigkeit und Bildsprache bieten. Entstanden sind die Werke in zwei Phasen: Der Marienzyklus im Chor wird auf 1380/90 datiert, während Passionszyklus und Jüngstes Gericht im Schiff um 1420/30 entstanden.
Über Jahrhunderte blieben die Secco-Malereien unter Putz verborgen, was sie vor Zerstörung bewahrte. Erst 1954 wurden sie wiederentdeckt und seither schrittweise freigelegt und, unterstützt durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung und den Verein mEinhorn, für die Zukunft gesichert.
Im Chorraum wird das Leben Marias und die Kindheit Jesu erzählt, ergänzt durch seltene Motive wie die Kornfeldlegende. Der Passionszyklus an der Nordwand des Schiffes führt das Leiden Christi eindringlich vor Augen, um die Gläubigen zur Mitandacht anzuregen. Das monumentale Jüngste Gericht über dem Chorbogen mahnte die Gemeinde beim Blick in Richtung Altar an die göttliche Gerechtigkeit.
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